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Espresso

Lieber analog durch Magdeburg

Dann aber folgte Ernüchterung: Den allwissenden Dr. Google nach Espresso und Frühstück befragt, waren die Ergebnisse eher ernüchternd. Der Wochenendtrip über den 3. Oktober als Feiertag kündigte sich abseits vom Theatergenuss als asketischer Ausflug an. Am Ende zeigten sich die persönlichen Vorurteile bestätigt. Google kann schon mal hilfreich sein, der Augenschein vor Ort ist allerdings unschlagbar besser.

Die Glückssträhne beginnt im Restaurant Franx. Das wird zum einen aufgespürt, obwohl es im Dumont-Führer Sachsen-Anhalt falsch in die Karte eingezeichnet ist. Zum anderen findet sich auch ohne Reservierung noch ein letzter Tisch. Die „Schwarze Flanke“, ein Flankensteak in Asche gebraten, kommt auf den Punkt zubereitet, das Gin- und Tonic-Sortiment ist klein, aber fein.

Hilfreich ist der Tipp, zum Frühstücken im Deli im Concept Store Thies im Domviertel einzukehren. Dort überzeugen Frühstück und Espresso sowie das Konzept, im Laden mit ausgesuchten Geschenkartikeln auch einen gastronomischen Service anzubieten. Außerdem stößt man beim Flanieren statt digitalem Surfen auf die winzige Schweizer Milchkuranstalt – leider nur mit Facebook-Seite – und ihrem großen Biergarten im Schatten des Magdeburger Doms. In der Grünen Zitadelle gibt es bei Rikard, ein Feinkost-Bistro in der Grünen Zitadelle, einen ordentlichen Espresso. Auch im Capitello wird ein leckerer Espresso serviert.

Espresso im Deli im Concept Store Thies. Foto: Thomas Tjiang
Ziemlich kultig mit Illy-Espresso: Die Schweizer Milchkuranstalt. Foto: Thomas Tjiang
Das Rikard bietet in der Grünen Zitadelle Espresso und Mehr. Foto: Thomas Tjiang
Beim Googlen nicht gefunden, beim Flanieren schon: Capitello mit Mocambo-Tasse. Foto Thomas Tjiang

Nach dem Espresso: Hundertwasser

Der ahnungslose, weil unvorbereitete Theaterbesucher wird von der Grüne Zitadelle überrascht. Das Objekt von Friedensreich Hundertwasser wurde erst nach seinem Tod in Angriff genommen und gilt als das allerletzte Projekt von ihm. Eine kommerzielle Führung erinnert einmal mehr wieder Hundertwassers „Die gerade Linie ist der Tod“ und sein naturnahes, inspiratives Bauen.

Einer von vielen Blicken auf die Grüne Zitadelle von Hundertwasser in Magdeburg. Foto: Thomas Tjiang

Ach ja, der Menschenfeind

Durch Deutschland zu fahren, um mal wieder Molieres Menschenfeind zu sehen, lohnt sich eigentlich immer. Der Stoff ist zeitlos und damit immer auch aktuell entlarvend. In Magdeburg ist Alceste ein kostümmäßig reduziertes Opfer seiner selbst, die Kostüme seiner Mitspieler extravagant und erschienen mit den nackten Rockreif-Gerippen coronakonform.