Schock im Blauen Haus

Glück ist wohl etwas anderes. Als ich endlich mal nach Schwabach zum Blauen Haus Kaffee war auf einen Blick klar, dass der Zeitpunkt ganz blöd war. Denn in dem Röster-Cafe im historischen Teil der Goldschlägerstadt stand die Espressomaschine auf dem Fußboden, es wurde fleißig gewerkelt. Das hatte bitte Konsequenzen: An Kaffee gab es entweder eine Brühversion oder die nostalgische Variante aus einer Bialetti. Bialetti erschien als kleineres Übel, aber richtig froh bin ich damit auch nicht geworden.

In der Altstadt der Goldschlägerstadt Schwabach

 

Erst auf dem Boden, dann wird auf der Theke die Marzocco installliert – noch geht nix

Über den Wert der Crema

Dafür allerdings ließ sich doch interessant fachsimpeln über die Frage, ob die Crema auf dem Espresso überbewertet ist oder doch ein wichtiger Teil des Genusses. Ich bleibe dabei: Es ist sogar ein Indiz für die Qualität, die in der Espressotasse serviert wird – für Robusta-Bohnen sowieso, aber auch bei den Arabica-Verwandten. Allerdings scheint es so, als würde ich mich mit dieser Einschätzung auf dem absteigenden Ast befinden. So werde bei internationalen Verköstigungen schon mal die Crema als bitter-störender Zusatz vor dem Probieren einfach weggelöffelt.

Zum Trost habe ich mit Bohnen gekauft, Äthiopien Aricha leider nur im 250 Gramm-Beutel, statt 500 Gramm oder Kilosack. Das treibt am Ende des Gebrauchs meinen persönlichen Müllberg weiter in die Höhe. Das Aroma von Äthiopien Aricha wird auf der Packung mit Waldbeeren, Heidelbeeren, Steinobst und saftig beschrieben. In der Tat: Nachdem meine Mühle passend eingestellt ist, bekomme ich einen guten Espresso. Angenehm fruchtig mit feiner – keiner sauren – Säure, darunter aber noch überraschend viel Körper. Dafür gebe ich vier von fünf Punkte, für die Crema drei von fünf Punkten. Sie hat ein mittleres Braun, ist fein und stabil.

Extra-Infos

Hilfreich finde ich übrigens auch das Etikett der Bohnen von Schwabachs erster Röstmanufaktur Blaues Haus Kaffee. Sie informieren knapp aber immerhin über die alten äthiopischen Varietäten aus der Region Yirgacheffe (oder auch Yirga Cheffe) im Südwesten des Kaffeelandes (Yirhacheffe, Aricha, 1900m – 2100m), naturell aufbereitet.

Die Röstung Äthiopien Aricha gabs leider nur im 250 Gramm-Beutel

 

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